

Gerd Fenner / Christina Vanja, Hg.
170 Seiten, DIN A 4, Paperback
euregioverlag 2011
Architektur für Demokratie und Selbstverwaltung – 175 Jahre Kasseler Ständehaus
Das Ständehaus in Kassel aus dem Jahre 1836 besitzt als ältestes Parlamentsgebäude Hessens und als Zentrum kommunaler Selbstverwaltung eine herausragende historische Bedeutung.

Das Palais im Stil der italienischen Renaissance und sein Erweiterungsbau von 1906 nehmen jedoch auch kunstgeschichtlich einen hohen Rang ein. Dieser reich illustrierte Band gibt erstmals einen Überblick über die eindrückliche Architektur- und Baugeschichte des Ständehauses von den Planungen im Vormärz bis zu den jüngsten Restaurierungen.

Dieser Band zu Architektur und Baugeschichte des Kasseler Ständehauses wird durch zahlreiche Abbildungen illustriert. Hierzu zählt das hervorragende Stichwerk von Baumeister Julius Eugen Ruhl aus der Sammlung des Museumslandschaft Hessen Kassel (erschienen 1839), das an dieser Stelle erstmals vollständig reproduziert wird.
Völlig neu entdeckt wurden bei den Vorbereitungen zu diesem Buch die Entwürfe des Münchner Architekturprofessors Friedrich von Thiersch, der bei den Planungen zur Erweiterung des Ständehauses in den Jahren 1902–1905 mitwirkte. Alle Pläne aus der Altregistratur der Bauabteilung des LWV Hessen werden in diesem Band vorgestellt.

Zahlreiche Fotoaufnahmen des Kasseler Fotografen Frank Mihm machen überdies deutlich, wie viele künstlerische Details auch heute der Büroteil des Ständehauses noch aufweist. Dieses „Geschäftshaus” am Ständeplatz ist entsprechend für die Architekturgeschichte Kassels erst zu entdecken. Ebenso fündig wurden die Herausgeber in Zusammenarbeit mit dem Baumanagement des Hauses in der Kartensammlung zur Neugestaltung des Ständesaales durch den Akademieprofessor und späteren documenta-Gründer Arnold Bode und seinen Bruder, den Architekten Paul Bode. Diese „Bode-Entwürfe” vermitteln, dass die Modernisierung des Sitzungssaales einschließlich seines Zugangs en détail bis hin zu den Lampen, Bodenbelägen etc. vom Zeichner- und Architektenteam selbst entwickelt wurde.

Durch fotografische Aufnahmen, welche im Rahmen der jüngsten Renovierungen gemacht wurden, wird nicht zuletzt das ursprüngliche Programm der 1950er Jahre verdeutlicht.
Die Schönheit des heutigen Ständehauses, eines der wenigen alten Gebäude Kassels, die den Bombenkrieg relativ unbeschadet überstanden haben, hält der Kasseler Architekt Dr. Siegfried Lohr, der 1983 seine Dissertation über den Baumeister Julius Eugen Ruhl publizierte, in fast jährlichen Abständen in seinen Aquarellen fest. Einige Bilder sind am Ende des Bandes zu sehen und sollen nicht zuletzt dazu einladen, das Ständehaus als Kasseler Attraktivität wiederzuentdecken.
